Gehirntumore müssen möglicherweise mehrfach medikamentös behandelt werden

Forscher haben herausgefunden, dass Hirntumoren oft mehr als einen überaktiven Zellwachstumsschalter haben, was erklärt, warum die Behandlung mit einem einzelnen Medikament, das auf einen bestimmten Schalter abzielt, häufig fehlschlägt.

Die "Switches" bestehen aus Proteinclustern, sogenannten Rezeptor-Tyrosinkinase (RTK) -Molekülen, und sind häufig in Krebszellen mutiert und überaktiv. Sie sind ein wichtiges Ziel für "intelligente" Krebsmedikamente - wie Gleevec und Tarceva -, die jeweils auf einen bestimmten Schalter abzielen.

Auf den Oberflächen von Zellen empfangen und übertragen RTK Signale, einschließlich chemischer Wachstumsfaktoren, die die Zelle anweisen, sich zu teilen und zu wachsen.

Einige RTKs wurden mit Glioblastoma multiforme (GBM) in Verbindung gebracht, einem aggressiven Hirntumor, der fast immer tödlich verläuft. Bestehende Medikamente sind jedoch selten wirksam.

Dr. Ronald DePinho, Direktor des Zentrums für Angewandte Krebsforschung am Dana-Farber Cancer Institute, sagte: "Typischerweise löst man eine positive anfängliche Reaktion, aber selten dauerhafte Heilung aus.

"Insgesamt ist die Zahl der Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitoren bei diesen Hirntumoren etwas enttäuschend."

Die Forscher testeten 20 Glioblastom-Zellkulturen, um die Aktivität verschiedener RTKs gleichzeitig zu messen.

Sie fanden heraus, dass in 19 der 20 Zelllinien drei oder mehr RTKs aktiviert wurden und gleichzeitig abnormale Wachstumssignale emittierten.

Ähnliche Ergebnisse wurden in frischen Tumorproben von neu diagnostizierten Patienten beobachtet.

In der Zeitschrift Science schreiben die Forscher, dass die Ergebnisse "eine rationale Erklärung für die schwachen klinischen Reaktionen liefern", die beobachtet werden, wenn ein einzelnes zielgerichtetes Medikament an Patienten verabreicht wird.

Sie legen nahe, dass eine Kombinationstherapie wahrscheinlich bessere Ergebnisse erzielen wird.

Dr. DePinho kommentierte: "Dies ist ein transformativer Befund, der Kliniker und unsere pharmazeutischen Kollegen dazu motivieren wird, klinische Studien mit Regimen unter Verwendung mehrerer Inhibitoren zu entwickeln". In der Laborstudie wurden drei oder mehr verschiedene Medikamente benötigt, um abnormale Zellwachstumssignale zu stoppen.

Lassen Sie Ihren Kommentar