Computer-Modellierungstechnik prognostiziert Nebenwirkungen von Medikamenten

Eine neue Computermodellierungstechnik könnte verwendet werden, um die Nebenwirkungen neuer Medikamente potentiell zu identifizieren.

Das Verfahren, das in PLoS Computational Biology detailliert beschrieben wird, scannt spezifische Arzneimittelmoleküle mithilfe der Protein Data Bank - einer weltweiten Datenbank, die Zehntausende dreidimensionale Proteinstrukturen enthält.

Forscher an der Universität von Kalifornien, San Diego (UCSD) haben nun die Technik verwendet, um eine Klasse von Medikamenten namens selektive Östrogen-Rezeptor-Modulatoren (SERMs) zu studieren, die das gemeinsame Brustkrebs-Medikament Tamoxifen enthält.

Philip Bourne, Professor für Pharmakologie an der Skaggs School of Pharmacy and Pharmaceutical Sciences der Universität, erklärte: "Das von uns entwickelte Computerverfahren beginnt mit einem existierenden dreidimensionalen Modell eines Arzneimittels, das die Struktur eines an sein Zielprotein gebundenen Arzneimittelmoleküls zeigt; In diesem Fall bindet das SERM an den Östrogenrezeptor. "

Die Wissenschaftler können dann mittels Computeranalyse nach anderen Bindungsstellen suchen, die mit der beabsichtigten Bindungsstelle des Arzneimittels übereinstimmen und die zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können.

Professor Bourne fuhr fort: "Wenn ein Medikament Nebenwirkungen hat, ist es wahrscheinlich, dass das Medikament auch an ein unbeabsichtigtes, sekundäres Molekül bindet. Mit anderen Worten, der Schlüssel, der es erlaubt, sich an sein Ziel zu binden, passt zu mehr als einem Schloss."

Sobald eine zweite Bindungsstelle identifiziert wurde, können die Forscher das Arzneimittel so modifizieren, dass es nicht mehr an die unbeabsichtigte Stelle binden kann, wodurch die möglichen Nebenwirkungen von experimentellen Medikamenten reduziert werden, bevor sie beim Menschen getestet werden.

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