Protein zwingt Eierstockkrebszellen, sich selbst zu essen

US-Wissenschaftler haben entdeckt, dass ein Protein namens PEA-15 das Wachstum von Eierstockkrebs stoppt, indem es Krebszellen dazu bringt, sich selbst zu verdauen, bis sie sterben - ein Prozess, der Autophagie oder Selbstkannibalisierung genannt wird.

Die Zelle umgibt Teile ihres Zytoplasmas - die gallertartige Substanz, die die Zelle füllt - mit Membranen und verdaut dann den Inhalt, wobei eine Höhle zurückbleibt. Wenn das Zytoplasma mit diesen Hohlräumen durchsetzt ist, stirbt die Zelle ab.

Forscher am MD Anderson Cancer Center der University of Texas analysierten Tumorproben von 395 Frauen mit Eierstockkrebs und fanden heraus, dass je mehr PEA-15-Protein im Tumor war, desto länger neigte der Patient zum Überleben.

Frauen, deren Tumoren große Mengen des Proteins enthielten, hatten eine durchschnittliche Überlebenszeit von 50,2 Monaten, verglichen mit nur 33,5 Monaten für diejenigen mit niedrigen Proteinspiegeln.

Das Team fand auch heraus, dass in Proben ohne PEA-15 die Anzahl der Krebszellen um 115 Prozent höher war, was zeigt, dass die Zellen nicht durch Autophagie zerstört wurden.

Seniorautor Dr. Naoto Ueno, außerordentlicher Professor für Onkologie der Brust, kommentierte: "Diese Ergebnisse liefern eine Grundlage für die Entwicklung eines PEA-15-zielgerichteten Ansatzes für Eierstockkrebs und zur Klärung, ob dieses Protein ein neuer Biomarker ist, der Patientenergebnisse vorhersagen kann."

Die Studie, die in der Zeitschrift Cancer Research veröffentlicht wurde, zeigte, dass PEA-15 auf zwei verschiedene Arten funktioniert, je nachdem, wo es sich in der Zelle befindet.

Erstens blockiert PEA-15 ein Protein, das als extrazelluläre signalverwandte Kinase (ERK) bezeichnet wird und das Krebswachstum innerhalb des Zellkerns fördert. PEA-15 wirkt, indem es im Kern an ERK bindet und es in das Cytoplasma bewegt, wo es das Krebswachstum nicht beschleunigen kann.

Zweitens verursacht es Autophagie, wenn es sich im Zytoplasma der Zelle befindet.

Dr. Ueno sagte: "Diese beiden sehr unterschiedlichen Aktionen von PEA-15 basieren auf der Position des Proteins."

Der Wissenschaftler kam zu dem Schluss, dass das Protein eine "neue Dimension" bietet, um potenziell gegen ERK vorzugehen.

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